Der Mühlstein November 2024
Die Nähe einzelner VIA MOLINA-Abschnit te legt eine direkte Anknüpfung der Routen mit unmittelbarer Zusammenarbeit nahe und verdichtet das europäische Netz auf überregionaler Ebene (hier: VIA MOLINA Ostseeroute Vorpommern mit VIA MOLINA Pomerania).
kal in Vorpommern – erfolgreich umgesetzt und damit ein solider Grundstein für die Anbindung benachbarter Teilrouten gelegt. Die Route in Vorpommern wurde bewusst so gestaltet, dass sich in Zukunft ein nahtloser Anschluss in Richtung Nordwesten, Sü den oder ins Binnenland realisieren lässt. Auf diese Weise könn ten weitere Mühlenstrecken entstehen, in die sich die Ostseerou te Vorpommern harmonisch einfügen würde. Ein konkretes Zeugnis dafür ist der bereits rege Austausch mit den Mühlenfreunden der Mühlenvereinigung Berlin-Brandenburg e.V., die gemeinsam mit polnischen Partnern die grenzüberschrei tende Mühlenroute VIA MOLINA Pomerania planten und derzeit im Rahmen einer INTERREG-Förderung umsetzen – ein Projekt, das den europäischen Gedanken der kulturellen Vernetzung in vorbildlicher Weise vorantreibt. Auf europäischer Ebene ist von den Gründungsländern und Mit gliedern des dahinter stehenden Vereins das übergeordnete Ziel erklärt worden, die VIA MOLINA als „Kulturroute des Europarates“ zertifizieren zu lassen. Bereits jetzt erfüllt die VIA MOLINA – zumindest im Teilabschnitt der Ostseeroute Vorpommern – die Definition einer europäischen Kulturstraße als „ein Weg durch ein Land oder mehrere Länder oder Regionen, der sich mit Themen befasst, die wegen ihres ge schichtlichen, künstlerischen und sozialen Interesses europäisch sind, sei es auf Grund der geographischen Wegführung oder des Inhaltes und der Bedeutung“. Erfahrungen und Empfehlungen zur Zertifizierung als VIA MOLINA Teilroute Die Koordination der Interessen und Termine der einzelnen Müh lenvertreter war eine Herausforderung. Sinnvoll erscheint es, die Anzahl der Beteiligten eines Teilabschnitts auf sieben bis neun Mühlen zu begrenzen, um handlungsfähig und effizient zu bleiben. Während des Antragsverfahrens zur Schaffung eines neuen Rou tenabschnitts wurde der Mangel an einem direkten Ansprechpart ner bei der DGM deutlich, was zwecks Nachfragen zu den An tragsunterlagen einige Unsicherheiten im Prozess verursachte. Dies lag jedoch aus unserer Sicht vor allem im unerwarteten und einschneidenden Verlust des verstorbenen Präsidenten der DGM,
Prof. Dr. Ing. Johannes Weinig begründet. Es wird erwartet, dass nach der Wiederbesetzung der personellen Lücke im Vorstand und im Trägerverein der VIA MOLINA eine stär kere Unterstützung für lokale Projekte der VIA MOLINA möglich wird. Auch die Frage, welches der beiden Gremien für die Zerti fizierung eines Teilabschnitts als offizielle Route zuständig ist, scheint noch nicht abschließend geklärt. Für ein flüssigeres Antragsverfahren könnten auch Erfahrungen der Autoren beitragen, die dem DGM-Präsidium als konstruktive Rückmeldung und Empfehlungen zwecks eines vereinfachten An tragsverfahrens vorliegen und möglicherweise noch 2024 in einer Änderung berücksichtigt werden. Fazit: Die Initiatoren der Ostseeroute Vorpommern danken für jedwede sachkundige und organisatorische Unterstüt zung, die zum Erfolg der neuen VIA MOLINA-Teilroute bei getragen haben und möchten andere Mühlenbesitzer ermu tigen, in ihren Regionen ähnliche Projekte zu starten, um das Netzwerk der Via Molina weiter zu verdichten. Ein solches ambitioniertes Vorhaben kann nur von der Basis aus und zunächst auf lokaler bzw. regionaler Ebene wach sen. Die gesammelten Erfahrungen des Organisationsgre miums um Klaus-Jürgen Klebingat, Mirko Radtke und Martin Weidemeier stehen gern allen Interessierten zur Verfügung, um den Funken aus Vorpommern auch in andere Regionen Deutschlands (und Europas) zu tragen.
Der Mühlstein . Heft 3/2024
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